„Fröhlicher Wahlabend bei Maschek im Rabenhof“ (APA)

„Wir wählen einfach noch einmal“, sagt Wilhelm Molterer in der Elefantenrunde. „Wir wählen so lange, bis wir entweder bei Null sind, oder endlich die absolute Mehrheit haben“ – kein Wunder, dass Bundespräsident Fischer auswandert. Wie der ÖVP-Obmann am Sonntag tatsächlich das Wahlergebnis kommentierte, blieb den Besuchern des Synchron-Kabarett-Trios Maschek im Wiener Rabenhof Theater verborgen.

Die äußerst vergnügliche Maschek-Version Maschek verriet mehr Hintergründe, lieferte Prophezeiungen, welche dramatischen Entwicklungen der Alpenrepublik nun bevorstehen, und bescherte wohl auch einen fröhlicheren Wahlabend. Peter Hörmanseder, Ulrich Salamun und Robert Stachel – alias Maschek – setzten am Sonntag gar für sich selbst neue Maßstäbe. Das zufriedene Nicken eines H.C. Strache, als Jörg Haider ihre telepathische Verbundenheit offenbart, oder die zuckenden Augenbrauen eines Werner Faymann, als er ankündigt, das Ergebnis erst einmal mit Onkel Hans besprechen zu werden, dürften selten für so viel gute Laune gesorgt haben.

„Versuchen sie nicht, mich festzunageln. Ich werde Ihnen aus der Hand rutschen“, beschließt Faymann schließlich sein Statement mit einem bekräftigend gewinnenden Lächeln. Und doch hat dieser Wahltag die Geschicke des Landes entscheidend verändert. Nach dem Rücktritt Fischers versucht die SPÖ noch, eine Koalition durch ein Drop-Out-Verfahren in einer Quizshow zustande zu bringen, doch Wolfgang Schüssel hat im Hintergrund bereits einen anderen Plan ausgeheckt: Im entscheidenden Moment der Unschlüssigkeit entdeckt er eine Gesetzeslücke, ruft Otto Habsburg auf den Plan und setzt die Monarchie wieder ein. Nachdem alle Parteien verboten werden, verbunkert sich die SPÖ per Sprengung mit je einem Männchen und Weibchen aller Unterorganisation in einem Salzstollen – als die preußische Armee die Republik endlich befreit hat, sind die einstigen Wahlsieger nicht mehr aufzufinden.

Von der Gründung einer Republik der Publikumslieblinge (Hannes Kartnig als Finanz- und Seiji Ozawa als Verteidigungsminister) bis zu ihren weltpolitischen Konsequenzen führt Maschek dann noch durch zahlreiche absurdkomische Szenen und Szenarien. Dass gestern tatsächlich gewählt wurde, ist man letztlich geneigt, zu vergessen.

Quelle: APA