„Gusenbauer ist Homer Simpson“ (Falter)

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Nach dem Puppenspiel-Blockbuster „Beim Gusenbauer“ nimmt sich das Synchronisationstrio maschek in seinem neuen Programm „Das maschek.Patent“ der New Economy an. Ein Gespräch über Erfolg und Selbstausbeutung, über Anfragen für Firmenfeiern und das Humorpotenzial von Hitler und anderen heimischen Politikern. (Klaus Nüchtern)

Falter 46/2007 vom 14.11.2007

Nun ist es auch bald schon wieder zehn Jahre her, dass Peter Hörmanseder, Ulrich Salamun und Robert Stachel, die sich im Rahmen diverser Studien auf der Universität Wien kennen gelernt hatten, die Gruppe maschek gründeten und erste Auftritte mit Chansons, Konversationen und Kurzfilmen und, etwas später, mit ihren mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen Live-Synchronisationen von Fernsehbildern absolvierten. Inzwischen sind die drei Mittdreißiger, vom Filmwissenschaftler, DJ und Club-Host Drehli Robnik einst als „Spaßfraktion der Found-Footage-Avantgarde“ und „Bildungsflügel der Retro-Kultur“ bezeichnet, vom Insidertipp zu einem Zentralgestirn intelligenter Unterhaltung avanciert. Ihre Liveauftritte in „Dorfers Donnerstalk“ locken regelmäßig Hunderttausende vor den Fernseher, ihre Videos auf YouTube gar Millionen an den Monitor, und mit der Produktion „Beim Gusenbauer“ konnte das Trio über 30.000 hauptsächlich erwachsene Zuseher für Kasperltheater begeistern.
Kein Wunder, dass die drei Herren angesichts solcher Erfolge auf den globalen Markt drängen. Im Rabenhof hat demnächst ihr Stück „Das maschek.Patent“ Premiere. Inszeniert wird es, wie schon „The Great Television Swindle“ (2004/2005), von Ed. Hauswirth (Theater am Bahnhof), und ein erster Augenschein bei den Proben zeigt, dass maschek nun ganz bei sich angelangt sind: Unter anderem enthält das Stück Passagen, in denen sich Hörmanseder, Salamun und Stachel selbst live synchronisieren.

Falter: Ist maschek mittlerweile so bekannt, dass ihr ein Stück über euch selbst machen könnt?

Ulrich Salamun: Wir regeln unsere Probleme in der Gruppe auf diese Weise. Deswegen müssen wir alle paar Jahre so ein Stück machen, sonst hätten wir uns schon umgebracht.

Robert Stachel: Diese Nabelschau ist notwendig, um eine Geschichte zu erzählen, die eigentlich davon handelt, wie sich unsere Generation in der New Economy behaupten will und muss.

Salamun: Vor zehn Jahren hat man das noch als „Blase“ und temporären wirtschaftlichen Effekt aufgefasst, aber selbst nach dem Niedergang zahlreicher Unternehmen Ende der Neunzigerjahre ist uns diese ganze Kultur geblieben. Insofern ist es für mich auch kein Anachronismus.

Ihr selbst seid doch genau so ein Unternehmen. Ist die Marke maschek eigentlich geschützt?

Salamun: Wir haben uns tatsächlich überlegt, ob wir das aus Gründen der Konsequenz nicht wirklich machen sollten, haben es dann aber bleiben lassen, weil es nur ein administrativer Aufwand wäre, der im Stück nicht herzeigbar ist.

Ihr wärt dann immerhin maschek®!

Salamun: Die registrierte Marke schützt nur vor Konkurrenz auf dem gleichen Gebiet: Ein Waschmittel dürfte trotzdem maschek heißen.

Peter Hörmanseder: Und es funktioniert ja auch so: Wenn Leute etwas Ähnliches machen wie wir, benennen sie es nach uns.

Stachel: Sie stellen Mitternachtseinlagen vom Maturaball ins Netz und nennen es dann „im maschek-Stil“.

Salamun: Ich war neulich Haare schneiden und habe erwähnt, dass ich am Abend im Fernsehen auftrete. Fragt die Friseurin: „Was machen Sie da?“ Sag ich: „Ich synchronisiere.“ „Was machen Sie?“ „So was Ähnliches wie maschek.“ „Ah, wie maschek – ich versteh!“

Kommen mittlerweile eigentlich viele Anfragen für private Feste oder Firmenfeiern?

Salamun: Ja, das heißt dann immer „die etwas andere Firmenfeier“.

Und wie hält man sich die vom Leib?

Salamun: Über Gagenforderungen – überzogene Schmerzensgeldforderungen im Voraus.

Hörmanseder: Funktioniert perfekt.

Wenn sie aber erfüllt werden?

Hörmanseder: Dann funktioniert’s auch perfekt!

Wie hoch?

Salamun: So hoch, dass wir es uns selber oft nicht vorstellen können.

Und wenn jetzt das Angebot kommt, dass ihr als die drei Musketiere in einem Harald-Sicheritz-Film neben Dorfer und Düringer auftreten sollt?

Salamun: Ist bisher nicht passiert.

Wird aber kommen.

Hörmanseder: Wahrscheinlich, aber wir haben noch eine einigermaßen gut funktionierende Selbstkritik. Ein gewisses Niveau muss es einfach haben.

Echt misslungen ist noch nichts?

Hörmanseder: Beim „Donnerstalk“ gab’s schon ein paar Sachen, die dünn waren – na ja, okay, aber nicht super.

Stachel: Oder der Auftritt selber wird verpfuscht und nicht so gut, wie er eigentlich sein könnte, weil man die Pointe versaut.

Wie lange braucht ihr für einen Fünfminutenauftritt?

Hörmanseder: Es gibt Material, bei dem man genau gar nichts machen muss: Man schaut es einmal an, redet kurz drüber und merkt, dass die Gschicht funktioniert. Und dann kannst du fünfzig Stunden Material sichten, und es kommt und kommt nicht das Richtige. Natürlich können wir immer den Fernseher aufdrehen und sofort einen Blödsinn drüber reden. Es funktioniert vom Timing her, weil wir gewohnt sind, aus den Gesten der Figuren zu erkennen, in welche Richtung die Emotionen gehen. Es wird dann aber schnell ordinär.

Stachel: Neunzig Prozent aller Fernsehsynchronisationen, die man auf YouTube findet, basieren auf Kiffen und Schweinkram.

Entspricht der Gründungsmythos von maschek der Wahrheit?

Hörmanseder: Welcher?

Dass beim Fernsehen der Ton ausgefallen ist, und ihr einfach synchronisiert habt.

Stachel: Sie haben das bei Andrea Dusl nachgelesen?!

Salamun: Was die Dusl geschrieben hat, ist korrekt.

Hörmanseder: Nein, gelogen.

Stachel: Die hat ja drei Gründungsmythen erfunden.

Salamun: Der, bei dem ein Fernseher aus dem Fenster fliegt, ist jedenfalls falsch.

Stachel: Ich weiß es gar nimmer.

Hörmanseder: Wir wissen es wirklich nicht mehr.

Stachel: Den größten Blödsinn haben wir jedenfalls dem Redakteur eines oberösterreichischen Bezirkskabelsenders erzählt – der war so schlecht vorbereitet.

Hörmanseder: Allerdings haben wir ihm als bislang Einzigem auch eine Wahrheit verraten, die jetzt im Stück vorkommt: dass wir ursprünglich zu viert waren.

Das ist ja wie bei den Marx Brothers. Wer war denn Zeppo?

Hörmanseder: Das war der, der nie auf der Bühne war.

Dann war es nicht Zeppo, sondern Gummo!

Hörmanseder: Der wollte nie auftreten, hat aber mitkassiert … Das ist der wahre Gründungsmythos: Erst seitdem Gummo, der in Wirklichkeit auch Robert geheißen hat, weg ist, funktioniert es wirklich.

Ihr könntet eigentlich auch einfach „Dienst nach Vorschrift“ machen. Wie verhindert man, dass es Routine wird?

Hörmanseder: Die Königsklasse besteht eigentlich darin, dass man auf Grundlage ungeschnittenen Materials eine logisch erscheinende Geschichte erzählt – einfach nur, indem man etwas anderes sagt. Wir haben zum Beispiel Vater und Sohn Gudenus beim Schachspielen über den Holocaust reden lassen – lauter Originalzitate. Und während die die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich infrage stellen, redet Hitler von einem Bild von der Wand und stellt das richtig: Natürlich hat es die Judenvernichtung gegeben, ich lass mir doch meine Leistung von euch nicht madig machen.

Stachel: In den YouTube-Foren haben manche dann gemeint: Das geht zu weit, damit kann man keine Witze machen – die dachten, das seien unsere Übertreibungen!

Apropos Übertreibung: Gibt es eine maschek-Rechtsabteilung?

Stachel: Wir haben einen juristischen Consultant, aber es war noch nie notwendig, den groß zu beschäftigen. Mittlerweile haben wir die ORF-Rechtsabteilung als Puffer und erfahren wohl vieles gar nicht.

Hörmanseder: Das Einzige, auf das man aufpassen muss, ist der Personenschutz: Material mit Leuten, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, können wir ohne deren Einverständnis nicht verwenden.

YouTube ist aber copyrightmäßig ein einziger Rechtsbruch!

Salamun: Was uns eigentlich geholfen hat: Die rechtliche Situation hat sich nicht geändert, aber in der Praxis wird alles ein bisschen aufgeweicht.

Stellt Ihr das Material auf YouTube?

Stachel: Nie. Auf den maschek-Account stellen wir nur unsere eigenen Kurzfilme rein, an denen wir auch die Rechte haben. Da geht’s aber nicht um Vorsicht, sondern um eine Stilfrage.

Hörmanseder: Wir sehen unsere Auftritte bei „Dorfers Donnerstalk“ ja nie, weil sie live stattfinden. Aber wenn wir heimkommen, steht das manchmal schon im Netz – eine Stunde später. Es gibt sogar zwei, die sich da mittlerweile eine regelrechte Meisterschaft liefern. Man braucht nicht einmal einen Videorecorder

zu programmieren, um zu sehen, wie man war.

Stachel: Wobei wir gar nicht das Recht hätten, unsere „Donnerstalk“-Beiträge ins Netz zu stellen.

Läuft in euren Zimmern dauernd der Fernseher?

Hörmanseder: Als wir noch jeden Monat neunzig Minuten gestaltet haben – von 2002 bis 2004 -, ist das wirklich so gewesen. Damals haben wir uns die Technik so richtig antrainiert, davon zehren wir heute noch.

Stachel: Die Langform von „maschek redet drüber“ war Antifernsehen für Leute, die das Fernsehen hassen. Wir haben das Fernsehen als Ganzes karikiert, indem wir durch das Weglassen des O-Tons gezeigt haben, dass es sich dabei um eine unendlich langweilige und eitle Inszenierung handelt.

Salamun: Das war auch die Zeit, in der die meisten Galaformate entwickelt wurden – die haben uns natürlich in die Hand gespielt.

Stachel: Mit „Dorfers Donnerstalk“ sind wir jetzt aber selber im Fernsehen. Und da stellt sich schon die Frage, ob man mit Antifernsehen noch glaubhaft ist. Wir müssen jetzt nicht mehr Zeit und Geld investieren, sondern nur noch Zeit und kriegen Geld raus.

Ihr macht das immerhin schon fast zehn Jahre, und gaaanz jung seid ihr auch nicht mehr …

Hörmanseder: … na, Momeeent …

Wann ist euch denn klargeworden, dass das vielleicht doch ein echter Job sein könnte?

Hörmanseder: Erst vor eineinhalb, zwei Jahren. Davor war’s klassische Selbstausbeutung. Jetzt wird der Beruf, den wir eh immer schon hatten, auch normal bezahlt.

Und was habt ihr früher für Nebenjobs gemacht?

Salamun: Ich habe Jus studiert und im Urheberrecht für Literaten gearbeitet.

Stachel: Mein letzter „richtiger“ Job war der Aufbau des Senders Okto – bis kurz nach dem Sendestart.

Hörmanseder: Ich war medialer Tagelöhner: da auflegen, dort ein Videoprojekt …

Wie sah denn euer ursprüngliches Selbstbild aus?

Stachel: Der Wunsch, journalistisch tätig zu sein, hat bei mir übers Publizistikstudium zu irgendwelchen Hilfsjobs als Aufnahmeleiter bei Werbeproduktionen geführt. Ich habe einen Schlüssellochblick in die Medienwelt geworfen, was mich extrem angewidert hat. Die Leute, vor denen ich wirklich Respekt hatte, waren zu Tode gearbeitete Wracks.

Hörmanseder: Ich wollte immer was Filmisches machen, und wenn man ein bereits bestehendes Material heranzieht, fällt die große Angst vor den Dreharbeiten schon mal weg. Für mich war und ist das Fernsehen ein großer Selbstbedienungsladen. Dahinter steckt also ein bissl eine Bequemlichkeit, allerdings auch der Wunsch, einen Kontrollblick draufzuwerfen.

Salamun: Ich bin eigentlich durchs Blödeln dazugekommen. Und mein Jusstudium konnte ich nicht zum Beruf machen – jedenfalls nicht das, was mich daran interessiert hätte.

Und was genau macht maschek nun eigentlich? Satire?

Stachel: Da denkt man an Ephraim Kishon.

Salamun: Is aber auch liab – weil’s so angstaubt ist.

Hörmanseder: Comedian ist im Deutschen auch peinlich, weil man ist dann entweder Pro7-Comedian oder jemand wie Willy Millowitsch.

Aber auf Englisch ist „Comedian“ doch okay? Da würde jemand wie Ricky Gervais („The Office“, „Extras“) auch noch darunterfallen.

Hörmanseder: Aber was würde der von sich sagen: „I’m Ricky Gervais“?! Das ist so wie Loriot: Was ist Loriot? Loriot ist einfach Loriot!

Stachel: Er wird, glaub ich, als Humorist bezeichnet.

Hörmanseder: Ich weiß, aber es ist ein Blödsinn.

Stachel: Satire, Humor, Komödie – das alles trifft auf uns zu. Aber sobald ein Satiriker, Humorist oder Komödiant draus wird, stimmt es nicht mehr.

Mit dem „Donnerstalk“ seid ihr jetzt jedenfalls im Epizentrum der heimischen Unterhaltung gelandet: Alfred Dorfer ist für das Kabarett das, was Alfons Haider für die „Seitenblicke“ ist: der, von dem die meisten Verbindungslinien ausgehen – die Spinne im Netz. War das je ein Problem für euch? Man ist ja schnell als Verräter gebrandmarkt, der die Indie-Ideale an den Mainstream verraten hat.

Stachel: Wenn man im Mainstream angelangt ist, wird einem das allenfalls noch nachgerufen, aber nicht mehr ins Gesicht gesagt. Die klassischen Distinktionsgewinnler, die um jeden Preis alles schon als Erste gekannt haben müssen und darauf bestehen, dass die alten Sachen besser waren, bereiten mir aber keine schlaflosen Nächte. Das ist eine Dynamik der Kulturwelt, die jeden trifft. Als wir in den ORF gegangen sind, war die Frage nicht, ob man sich mit Kabarettisten ins Bett legt, sondern ob man einer Sendung angehören will, die ganz eindeutig als liberales Feigenblatt des Lindner/ Mück-ORF gedacht war (die ehemalige ORF-Generaldirektorin Monika Lindner und ihr Chefredakteur Werner Mück, Anm. d. Red.).

Hörmanseder: Alfred Dorfer ist eigentlich die Mauer …

Stachel: … die uns den Rücken freigehalten hat, damit wir sehr viel machen können. Das ist eine ganz simple Kosten-Nutzen-Rechnung, wo unter dem Strich rauskommt, dass es uns sehr genutzt hat.

Hörmanseder: Ich finde auch, dass Kritik am Fernsehen im Fernsehen am besten ist …

Stachel: I ned, aber …

Hörmanseder: Na, find i schon.

Stachel: I ned.

Hörmanseder: Fin-de ich schon!

Stachel: Was mich aber mehr ärgert als die Schubladisierung als Kabarettist, ist, wenn man als Stimmenimitator verkannt wird.

Salamun: Wenn man sich das Bild wegdenkt, erkennt man die Figuren doch eh nicht mehr.

Gerade Sie können Wolfgang Schüssel doch ganz gut und reden ja sogar privat schon so wie Ihr Schüssel auf der Bühne.

Hörmanseder: Das ist weniger die Stimme als der Charakter: Der Ulrich selber ist ein bissl wie der Schüssel.

Hat eigentlich jeder seine Lieblingscharaktere?

Salamun: Bei den Puppen schon. Da kommt das stärker zum Tragen. Den Häupl mach ich wirklich gern.

Stachel: Ich muss den Gusi auch mögen. Der Charakter des pathetic loser ist etwas, was ich gerne spiele.

Auch aus einer charakterlichen Nähe?!

Stachel: Sowieso. Wir haben jetzt 97-mal gespielt, und davon bin ich jeweils eine gute Stunde Gusenbauer gewesen!

Hörmanseder: Ich mache KHG und Molterer mittlerweile stimmlich sehr gerne. Ich musste mir Oberösterreichisch erst wieder antrainieren, wogegen ich mich sehr gewehrt habe. Ich konnte das gar nicht mehr, aber mittlerweile is es überhaupt koa Problem mehr.

Die Puppenrollen sind ausgeschrieben?

Hörmanseder: Ja, auch wenn es jeder in seinen eigenen Rhythmus übersetzt. Wir müssen aber sehr exakt sein, weil die Puppenspieler ja auf uns reagieren; wohingegen das Video einfach weiterläuft, auch wenn wir Scheiße bauen.

Wie lange dauert es, bis man einen Abend geschrieben hat?

Hörmanseder: Man denkt mindestens ein Monat drüber nach, was man eigentlich will, und danach schreib ich es in zwei, drei, vier Wochen – zähes Witzeerfinden. Wobei es sehr hilfreich ist, dass ich weiß, wer das spricht: Ich lese dann für mich selber die Gusenbauer-Passage mit der Stimme vom Robert – dadurch wird’s lustig.

Gusenbauer hat bei euch einen Wattebausch im Mund und spricht in echt ganz anders.

Stachel: Ich habe Gusenbauer auch keine Sekunde lang studiert, sondern ihm die Originalstimme von Homer Simpson gegeben.

Hörmanseder: Und auch den Charakter!

Salamun: Gusenbauer ist eins zu eins Homer – sogar von den Bewegungen der Puppe her!

Eigentlich würdet ihr gern die „Simpsons“ schreiben.

Hörmanseder: Natürlich!

Salamun: Klar.

Stachel: Sicher.

Aber unser Bundeskanzler ist doch nicht dumm!

Hörmanseder: Es geht uns ja auch nicht um den echten Gusenbauer, sondern wir entwickeln Cartoons.

Stachel: Wir spielen – im vollen Bewusstsein, dass das sehr gemein ist – mit dem medialen Abbild von Gusenbauer. Lebten wir in einer perfekten, fairen Welt, in der die Menschen auf keine Inszenierungen reinfallen würden, wäre Alfred Gusenbauer wahrscheinlich ein sehr weiser und guter Politiker. Aber weil wir die Kronen Zeitung, News und Österreich haben, gibt es eine Mühle, durch die Gusenbauer durch muss; und wenn er da hinten rauskommt, nehmen wir ihn und sagen: Das ist unser Modell. Wir wissen schon, dass er sieben Sprachen kann und seine Hausaufgaben halbwegs gemacht hat, aber das ist nicht lustig.

Und wer von den Politikern war schon in einer Vorstellung?

Salamun: Häupl war da, dem hat’s gut gefallen, und er hat sich in der Garderobe in kurzer Zeit drei Vierteln runtergstessen.

Hörmanseder: Die Glawischnig hat sich auch nach hinten gedrängt. Die war, glaub ich, sehr enttäuscht, dass sie im Stück nicht wirklich lustig ist, sondern eher so wie in der Realität.

„Das maschek.Patent“ hat am 20.11. im Rabenhof Premiere. Nächste Vorstellungen am 22., 23., 24. und 30.11. sowie am 1., 2., 6., 7. und 8.12. Karten: Tel. 712 82 82 oder www.rabenhof.at