“Besonders unerträglich” (kabarett.at)
“Schräge Situationskomik und vordergründige Albernheiten ergeben noch keine abendfüllende Polit-Satire. Besonders unerträglich wird es, wenn ‘maschek.’ verzweifelt versuchen, die Dialoge mit flachen Kalauern aufzupeppen.” (kabarett.at / Peter Blau: Traurige Blähungen des Bundeskasperls)
“Wie witzig: Schüssel furzt” (Der Standard)
Wie witzig: Schüssel furzt
Kasperltheater für Erwachsene im Rabenhof: Die Gossip-Politsatire “Bei Schüssels”
Der Rabenhof erinnert sich einer Wiener Tradition – und macht ein Kasperltheater für Erwachsene. In der Gossip-Politsatire “Bei Schüssels” erheitert aber nur das Krokodil: “Gusi” als Volltrottel.
Wien – Wie es Bei Schüssels zugeht, ist schnell erzählt: Gigi macht Yoga und einen Aufstand, wenn ihr furzender Wolfi einen Boogie klimpert. Sie nennt ihn Zwerg, weil er gegen eine Familienaufstellung ist. Aber ob sie mit dem Andreas, der am Klo hockt, etwas hat, bleibt ungeklärt.
Die Nina Blum wird nur erwähnt, auch Sohn Daniel fehlt im trauten Heim. Der KHG jedoch kommt beichten, weil er in Brüssel einer Superreichensteuer zustimmte, die der Silvio nicht akzeptieren kann: Berlusconi taucht als Mafiapate bei Schüssels auf – und tauscht nebenbei Tirol gegen die Insel Lampedusa ein.
Überhaupt: Das Schlüssellochdrama von Peter Hörmanseder, der mit seinen beiden maschek-Kollegen das niedliche Puppenspiel im Rabenhof live synchronisiert, verhandelt eher große Politik denn innenpolitische Stricklieslgeschichten. Denn im kleinbürgerlichen Wohnzimmer des Kanzlers, von Erich Sperger liebevoll eingerichtet, geben sich Europas Mächtige die Klinke in die Hand.
Der dadurch geadelte Wolfi steigt, auch wenn er die Merkel für eine polnische Putzfrau hält, eigentlich gut aus. Zu gut sogar: Bei Schüssels liefert den schlagenden Beweis, dass der Kanzler Recht hat, wenn er schweigt. Denn jeder Konfliktpartner, egal ob Gigi oder Khol, zerbricht daran.
Auch der von Neid erfüllte, wegen seines Unvermögens flennende Gusi: Mit versteckter Kamera unter der Pelzmütze war er in die Wohnung eingedrungen, um sich Infos für den Wahlkampf zu verschaffen. Doch Überraschungsgast Wladimir hält den patscherten Lügner und dreisten Dieb für einen Terroristen. Und so ist Gusi auf die Hilfe des Kanzlers angewiesen, der Putin vom Abmurksen abhält: “Das ist mein Oppositionsführer! Den brauch ich noch!”
Diese Szene – Gusi, das Krokodil, versucht sich immer wieder zwischen Putin und Schüssel zu drängen und wird von beiden nebenbei ganz furchtbar abgewatscht – ist sicher der Höhepunkt der Politsatire: Auch wenn Regisseur Thomas Gratzer mit viel videotechnischem Aufwand Frank-Castorf-Theater im Mikroformat versucht, trägt der Plot keine 90 Minuten.
Viele Gags sind plump (Seipel will Gigis Opernballkleid als Vogelscheuche zur Bewachung der Saliera ankaufen) oder haben einen Bart. Die grandios gelungenen Puppen aber, angefertigt von AnaMaria Heigl nach Entwürfen von Gerhard Haderer, entschädigen für die Leerläufe. Und auch bei Wolfis Diashow – Putin winselt um Gnade – muss man lachen: Die Zeichnungen des Karikaturisten brauchen eben keinen Kommentar.
Von Thomas Trenkler
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)
BEI SCHÜSSELS - The Official European Puppet Porn
Ab 21. Februar im Rabenhof:
BEI SCHÜSSELS
The Official European Puppet Porn
von und mit maschek.
Eine Alt-Wiener Tradition wird im Erdberger Boulevardtheater wiederbelebt: Kasperltheater für Erwachsene.
Gerhard Haderer und maschek dringen - gnadenloser als die Yellow Press - in die Privatgemächer des österreichischen Schweigekanzlers vor. Als Stargäste haben sich neben Angela Merkel auch Silvio Berlusconi und Vladimir Putin bei Schüssels angesagt.
Puppenspiel: Original Wiener Praterkasperl
Konzept & Regie: Thomas Gratzer
Ausstattung: Gerhard Haderer
Musik: Eva Jantschitsch
Bühne: Erich Sperger
Skulpturales Design & Puppenproduktion: Anamaria Heigl
Superstars
| 11. Februar 2006 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |
Verehrte Daslesende! Wir stecken ja eigentlich grade knietief in den Proben zu unserem Kasperlprojekt “Bei Schüssels” im Rabenhof. Dazu nächste Woche mehr. Dieses Wochenende spielen wir nämlich noch zwei maschek.redet.drüber-Termine in Wien und Graz:
Samstag, 11. Februar 2006, 20:00 Uhr im BA-CA Kunstforum auf der Freyung, Wien 1:
“Superstars: Von Warhol bis Madonna” heißt die Ausstellung, die dort läuft, und wer morgen abend rechtzeitig hingeht, der kriegt Bilder und maschek im Kombipack. Von uns kommen rund eine Stunde lang Ausschnitte aus dem maschek.redet.drüber-Zyklus der vergangenen Jahre, hanebüchen hineingepfercht in einen Präsentationsrahmen zum Thema “Superstars”.
Sonntag, 12. Februar 2006, 13:00 Uhr (!) im Theater im Bahnhof in Graz, Lendplatz 35a:
Das Theater im Bahnhof feiert am Sams- und Sonntag Abschied vom seinem Haus am Lendplatz. Und wir sind dabei, mit 1paar Ausschnitten aus dem redet.drüber-Zyklus zur Mittagszeit.
“Das lange Wochenende” - Abschiedsfest vom Lendplatz
Sonntagsprogramm:
11:30 Eierspeis-Essen, während Herwig Höller Videos zeigt und darüber spricht.
13:00 maschek - letzte Worte (abgesagt!)
15:00 Poeten der Zeit Uwe Lubrich, Johanna Moder, Thomas Pfeffer, Colette Schmidt,
Johannes Schrettle mit den Little Drama Boyz, Gregor Stadlober, Daniel Wisser
und Vinzenz Witzelsperger
18:00 Rudi Widerhofer hält eine Rede
19:00 Meine Band (mit Martina Zinner, Andreas Acham u.a.)
20:00 The Base (Norbert Wally, Albrecht Klinger, Karl Heinz Miklin)

