„Verkettung glücklicher Zufälle“ (Karl Hohenlohe im Kurier über „Bei Faymann“)

Glaubensfrage

VON karl hohenlohe

Durch eine Verkettung glücklicher Zufälle gelang es mir nun, der Generalprobe von „Bei Faymann“ im „Rabenhof Theater“ beizuwohnen.
Von der Formation „Maschek“ synchronisierte Prominenten-Puppen spielen die Hauptrolle.
Neben Herrn Häupl, dem Kanzler, dem Vizekanzler, dem Papst und noch einflussreicheren Persönlichkeiten stach besonders der Heilige Vater ins Auge. Niemand kann abschätzen, ob er seine Darstellung mit Humor nimmt.
Gemeinhin hat ja die Kirche mit dem Tingeltangel nichts am Hut, ich spreche aus eigener Erfahrung.
Meine gute Ururgroßmutter Carolyne lebte ja Jahrzehnte mit Herrn Franz Liszt zusammen, den die Damen seinerzeit verehrten wie heute Herrn Timberlake oder vielleicht Martin Traxl.
Die Ururgroßmutter war sehr gläubig, schrieb einige Werke zum Thema, manche gingen ein wenig weit und wurden vom Papst auf den Index gesetzt.
In jedem Falle färbte ihre Gottesfürchtigkeit auf Franz Liszt ab, der sich in reiferen Jahren ganz in den Schoß der Kirche begeben wollte. Aber es kam nicht dazu.
Nach einer Messe in der Sixtinischen Kapelle fleht man ihn an, etwas vorzuspielen, er tat es, als er geendet hatte, wurden zwei Nonnen von ihren Gefühlen übermannt und streichelten über seine Wangen. Unglaublich.
Mehr hatte Pius IX. nicht gebraucht, die Priesterweihe wurde ad acta gelegt, Liszt konnte nur die niederen Weihen empfangen und ging als Abbé durchs Leben.
Man darf gespannt sein, wie Papst Benedikt heute reagiert. Falls einer der Herren von „Maschek“ doch noch die Priesterlaufbahn einschlagen wollte, sieht es möglicherweise nicht wahnsinnig gut aus.

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