„Drei Männer und ein Video“ (Oberbayerisches Volksblatt)

Drei Männer und ein Video

Oberbayerisches Volksblatt, November 2008

Manchmal braucht es nicht viel, um Menschen zum Lachen zu bringen. Das bewiesen die drei Männer von Maschek im Haus der Kultur in Waldkraiburg. In ihrem Programm «Maschek.redet.drüber» zeigen sie Fernsehausschnitte – neu synchronisiert.

Die Geschichten über Fernsehen, Alltag, Politik und Wirtschaft sorgten für eine äußerst heitere Stimmung im kleinen Saal.In Österreich sind Maschek längst Kult. Bekannt durch ihre Fernsehauftritte bei «Dorfers Donnerstalk» im ORF, haben sie bereits eine große Fangemeinde. Maschek sind Ulrich Salamun, Robert Stachel und Peter Hörmanseder. Ihr Konzept ist einfach, aber kreativ. Die drei Männer sitzen auf einem Sofa, vor ihnen steht ein Fernseher. Daneben hängt eine große Leinwand für das Publikum. Und dann geht es los. Fernsehausschnitte flimmern lautlos über die Leinwand, während die drei Österreicher seelenruhig neue Geschichten daraus formen.

Zu Beginn taucht Bundespräsident Horst Köhler auf. Er hält eine Rede. Aber nicht so politisch, wie das Publikum ihn kennt, viel mehr erzählt er private Dinge und begrüßt die Zuschauer. Anschließend zeigen Maschek einen Schwarz-weiß-Film über den österrreichischen Staatsvertrag. Doch statt ernster Gespräche der Politiker hört das Publikum, mit was für Problemen das Unterschreiben eines Staatsvertrages behaftet ist: «Oh nee, jetzt hab ich gekleckert, kann ich bitte ’nen neuen Füller haben?». Das Publikum johlt und Maschek setzen noch einen drauf.

Nachdem der Staatsvertrag zum Medienevent aufgeblasen ist, besucht auch Angela Merkel eine Werbeagentur. Der PR-Berater verspricht, er könne alles «aufpimpen». Und die Bundeskanzlerin will unbedingt, dass ihr Mann aufgepimpt wird. Schließlich komme er nie zu großen Staatsempfängen mit. Das könne so nicht weitergehen. Professionell schlägt der Berater vor: «Suchen Sie sich einen neuen Mann.» Diese Idee findet Merkel besonders gut.

Maschek montieren eine normale Interviewausstrahlung so um, dass eine komplett neue Geschichte entsteht. Einzig ihre Kreativität ist das Potenzial der Gruppe. Die Komik besteht darin, dass das Publikum gerade die Politiker in keinster Weise so privat und absurd kennt, wie Maschek sie darstellen. Auch verschiedene Stimmlagen – ob Mann oder Frau – sind für die Kabarettisten kein Problem.

Angela Merkel geht nun auf Männerjagd. «Der Nicolas Sarkozy, der wär toll, schade, dass er schon ’ne Neue hat», sagt die Bundeskanzlerin. Doch bei einem Staatsempfang mit George Bush schlägt sie ihm vor, ob er nicht «First-Husband» werden wolle. Bush sagt ja, und Angela Merkel plant bereits die Flitterwochen nach Mecklenburg-Vorpommern.

Ob deutsche oder österreichische Politiker, ob Papst oder Thomas Gottschalk, jeder bekommt bei Maschek sein Fett weg – ohne dass es unter die Gürtellinie geht.

Als I-Tüpfelchen forderten die Kabarettisten vom Publikum, die Stadt Waldkraiburg pantomimisch darzustellen – für ein Erinnerungsfoto. Anschließend ging es wieder in die bunte, heitere Welt der Politik, Wirtschaft und Fernsehen – auf die Maschek-Art.

Von Antonia Wille