„Premierenerfolg für Gusenbauer-Puppentheater“ (ORF Ö1)

Premierenerfolg für Gusenbauer-Puppentheater

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Ö1 Morgenjournal – Christian Fillitz

Nach den Produktionen „Bei den Schüssels 1 und 2“ haben sich maschek. – das sind die Herren Peter Hörmannseder, Ulrich Salamun und Robert Stachel, nun den neuen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer vorgenommen. Es ist ein Polit-Puppentheater vom Original Wiener Praterkasperl dargeboten, den vom Karikaturisten und Comic-Zeichner Gerhard Haderer entworfenen Figuren leihen maschek. ihre Stimmen. Schauplatz ist das Büro des Kanzlers am Ballhausplatz.

Thema mit Variation
Das Stück ist eine Abfolge von kurzen Szenen, die ebenfalls von maschek. stammen: Der ehemalige Regierungschef Wolfgang Schüssel erscheint und will partout dem neuen, Alfred Gusenbauer, seinen Sitz streitig machen.

In seinen Verhandlungen mit Wilhelm Molterer lässt sich Gusenbauer immer wieder über den Tisch ziehen und verkauft das als Sieg. Das geht so weit, dass sogar Bruno Kreisky erscheint, um Gusenbauer an die Prinzipien seiner Partei zu erinnern: „Kreisky: ‚Aber selbst die eigene Parteibasis war doch gegen diese große Koalition.‘
Gusenbauer: ‚Gehn’s, Herr Kreisky, kummt was von der Basis, was i, dass a Schass is.“

Bürgermeister Häupl wird als großer Weinliebhaber gezeigt, der Probleme – auf gut wienerisch – prinzipiell beim Heurigen löst. So auch, wenn er Wilhelm Molterer tröstet, der immer wieder vergeblich versucht, in den Augen Schüssels und Khols als Zukunftshoffnung der ÖVP anerkannt zu werden.

Applaus für maschek.
maschek. gehen nicht eben zimperlich mit Gusenbauer um, ihre dritte Produktion hat mehr Biss als die vorangegangenen. Der Abend ist durchaus erheiternd, wenn auch nicht alle Pointen überzeugend sind. Das Stück, das zweimal eine Dreiviertelstunde dauert, würde gewinnen, wenn es etwas gestraffter wäre, manche Szenen, etwa jene mit Putin, sind verzichtbar. Dem Premierenpublikum hat es jedenfalls gefallen, es gab begeisterten Applaus.